Sebastian Edathy, Leiter des NSU-Ausschusses: Nicht zu blauäugig
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2013

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Sebastian Edathy, Leiter des NSU-Ausschusses: Nicht zu blauäugig

Sebastian Edathy leitet den Bundestagsausschuss zum „NSU“-Terror. Dort stellte er fest, dass das massive Versagen der Behörden mit „Mentalitätsproblemen“ zu erklären ist. Diese Erkenntnis erzählt auch aus seinem eigenen Leben.

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Der Mann, dessen Arbeit darin besteht, Vertrauen zu erschüttern und Unruhe zu stiften, sitzt gleichmütig und still vor seinen Aktenbergen. Zurückgelehnt im Stuhl betrachtet er das akkurat auf dem Schreibtisch aufgeschichtete Papiergebirge, acht Erhebungen, vier davon in erster Reihe, vier dahinter, jede ist ungefähr einen Viertelmeter hoch. Zwei parallel verlaufende Höhenzüge, in deren Täler sich ein Telefon und ein Computer zwängen. Das einzige Indiz für ein bisschen Aufgeregtheit in dieser Landschaft ist die sie umgebende Luft. Es handelt sich um Raucherzimmerluft. Schal vom Qualm ist sie und frisch zugleich, weil das Fenster dauernd einen Spalt weit offen steht. Hier verbringt Sebastian Edathy seine Zeit, um Grundpfeiler bundesrepublikanischer Rechtsstaatlichkeit auf ihre Standfestigkeit zu prüfen. Regelmäßig stellt er dabei fest, dass diese Pfeiler überhaupt nicht existieren.

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