
© Ahmad Mousa/Reuters
Irak: Premier Abadi plant Radikal-Reform gegen Korruption
Iraks Premier Abadi versucht mit ehrgeizigen Reformen, den Missständen in seinem verrotteten Staat Herr zu werden. Vor allem politische Privilegien will er abschaffen. Das Volk unterstützt ihn.
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„Es wird nicht einfach werden“, seufzte Premierminister Haider al Abadi im irakischen Abendfernsehen. „Die Korrupten werden nicht stillhalten und keinen Finger mehr rühren.“ Wer Privilegien habe, werde sie verteidigen. „Diese Leute werden jeden unserer Schritte zu sabotieren versuchen.“ Er dagegen sei entschlossen, den Reformweg fortzusetzen, selbst wenn das ihm sein Leben koste, schloss der 63-Jährige seinen dramatischen TV-Auftritt. Der Regierungschef weiß, wovon er spricht. Er kennt die politische Klasse seiner Heimat. Er war selbst lange genug Teil des verrotteten Systems, in dem Interessenkonflikte auch mit Waffen ausgetragen werden. Gleichzeitig regiert Abadi über ein Land, das zu einem Drittel von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ tyrannisiert wird und in dessen Hauptstadt täglich Bomben hochgehen – wie auch am Donnerstag wieder auf einem Markt im Schiitenviertel Sadr City mit mehr als 70 Toten. Allein mit militärischen Mitteln ist der Terrormiliz nicht beizukommen, solange Staat und Regierung nur in die eigenen Taschen schaufeln und keinen Rückhalt im Volk haben.
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