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Reportage: Tränen, Trotz und tiefe Täler
Eigentlich, dachten sie bei der SPD, haben wir doch alles richtig gemacht: Einigkeit gezeigt, Kraft zum Krisenmanagement bewiesen. Und jetzt diese verheerende Niederlage. Am bittersten daran ist, dass niemand mit ihr gerechnet hat.
- Robert Birnbaum
- Stephan Haselberger
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Der jungen Genossin schießt das Wasser in die Augen, sie schlägt die Hände vors Gesicht. Es ist kurz nach 18 Uhr, die ARD hat gerade ihre Prognose gesendet. Der rote Balken ist einfach stehen geblieben. Die SPD hat im Willy-Brandt-Haus schon viele bittere Wahlabende durchgestanden, aber das hier ist etwas anderes. 21 Prozent, das schlechteste Ergebnis, das die SPD bei einer bundesweiten Wahl je kassiert hat, und das knapp vier Monate vor der Bundestagswahl – „eine Katastrophe“, sagt der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller. Und Frank-Walter Steinmeier muss sich in diesem Moment fühlen wie einer, der aufs Zehnmeterbrett gestiegen ist, und oben hat ihm ohne jede Ankündigung einer einen Mühlstein an den Hals gehängt.
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