NSU-Prozess - der 175. Tag: "Über 100 Splitter im Gesicht"
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Mitglieder der Initiative «Keupstraße ist überall» stehen vor dem Oberlandesgericht in München und halten ein Schild mit der Aufschrift «Opfer wurden zu Tätern gemacht» in die Höhe.

© dpa

Tagesspiegel Plus Update

NSU-Prozess - der 175. Tag: "Über 100 Splitter im Gesicht"

Am 9. Juni 2004 detonierte in der Keupstraße in Köln eine Bombe. 22 Menschen wurden verletzt, viele kämpfen bis heute mit den Folgen. Nun sagten sie im NSU-Prozess aus. Die meisten Angeklagten blieben ungerührt.

Von Frank Jansen

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Die Erinnerung belastet den jungen Mann schwer. „Wir haben Essen geholt, sind raus aus dem Restaurant. Ich wollte gerade reinbeißen, da gab’s nen Knall“, sagt Melih K. mit monotoner Stimme. „Es hat mich umgehauen, ich lag’ vor der Türe des Friseurladen. Ich habe gesehen, dass Balken schräg hingen und alles in Schutt und Asche war.“ Der 31-Jährige ging am Nachmittag des 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße genau in dem Moment an dem Friseursalon vorbei, als auf einem dort abgestellten Fahrrad eine Nagelbombe explodierte. Melih K. und sein neben ihm laufender Freund bekamen die Explosion mit voller Wucht ab. Dass die beiden Männer noch leben, scheint fast ein übernatürliches Phänomen zu sein.

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