Sport: Kanuspektakel auf historischem Kanal
Lokalmatadore gewannen 2. Potsdamer Kanalsprint: Katrin Wagner-Augustin, Ronald Rauhe, Peter Hörnig
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Ein gut dreistündiges Kanu-Spektakel erlebten am Samstag über 1000 Zuschauer beim 2. Potsdamer Kanalsprint. Auf dem gefluteten Teilstück des historischen Stadtkanals in der Yorkstraße wetteiferten bis auf den Neubrandenburger Andreas Dittmer alle aktuellen deutschen Olympiasieger und Weltmeister. „Hier paddelt das who is who des deutschen Kanusports“, applaudierte der Schirmherr des Wettstreits, Ministerpräsident Matthias Platzeck. Am Ende konnten sich drei Lokalmatadore des KC Potsdam im OSC als Sieger über je 2000 Euro Prämie und neue Mobiltelefone freuen: im Einer-Kajak Katrin Wagner-Augustin vor Conny Waßmuth (SC Magdeburg) und Carolin Leonhard (Mannheim) sowie Ronny Rauhe vor Torsten Lubisch (RKV Berlin) und Norman Bröckel (Pro Sport Berlin), im Einer-Canadier Peter Hörnig vor Christian Gille und Robert Nuck (beide SC DHfK Leipzig).
„Besser hätte es nicht laufen können, obwohl mir am Montag zwei Weisheitszähne gezogen wurden“, erzählte Wagner-Augustin. Die dreifache Olympiasiegerin und fünffache Weltmeisterin – Zweite der Kanalsprint-Premiere 2005 – gewann sowohl im Vor- als auch im Zwischenlauf und Halbfinale, in dem sie sich mit nur einem Wimpernschlag Vorsprung vor Carolin Leonhard durchsetzte; im Finale hatte sie die Bugspitze zwei Zehntelsekunden vor der in Geltow wohnenden Vorjahressiegerin Conny Waßmuth im Ziel. „Die Revanche ist mir geglückt“, meinte Wagner-Augustin, die sich nach dem freien Pfingstwochenende nun ebenso wie die anderen Paddler des Nationalteams drei Wochen daheim und schließlich eine Woche im Trainingslager Kienbaum auf die Europameisterschaften in Racice vorbereiten wird.
Für Peter Hörnig dagegen ist die Saison schon wieder so gut wie zu Ende, ehe sie überhaupt begann – nach den ersten internationalen Qualifikationsregatten des Jahres wurde er nicht in die EM- Flotte berufen. „Nun werde ich mich noch auf die Deutschen Meisterschaften vorbereiten. Und wie es danach weitergehen wird, ist noch offen", erklärte der 29-Jährige, für den die Wiederholung des Vorjahres-Erfolgs beim Kanalsprint zumindest eine kleine Genugtuung war.
Seinen Vorjahressieg wiederholte auch Kajak-Olympiasieger Ronald Rauhe, der in allen vier Rennen souverän vorn lag und dabei am schnellsten durch den Stadtkanal propellerte. „Es hat alles wie erwartet geklappt“, erklärte er. „In erster Linie ging es heute darum, Spaß zu haben und unseren Sport den Leuten näher zu bringen. Das dürfte trotz des Regens erneut gelungen sein.“ Probleme bereitet Rauhe in dieser Saison ein Muskelfaserriss in der Bauchmuskulatur. „Ich habe zwar nur noch ab und an relativ geringe Schmerzen, aber bei hartem Training zwickt es doch noch. Da muss ich halt durch."
Während Rauhe wie erwartet gewann, schied mit Tim Wieskötter sein Partner aus dem Erfolgs-Zweierkajak in der 1. Hoffnungslaufrunde aus. Auch Fanny Fischer und Caroline Kratochvil im Kajak sowie Ronald Verch und Florian Heinrich (alle KCP) im Canadier mussten vorzeitig die Segel streichen. Noch härter erwischte es Tomaz Wylenzek (KG Essen), der in Hoffnungslauf und Halbfinale gleich zweimal „baden ging“. Doch auch der zweifache Olympiasieger will 2007 wiederkommen. Potsdams Org.-Chef Jürgen Eschert verkündete noch Samstagabend: „Im nächsten Jahr gibt es den 3. Kanalsprint.“
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