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Olle Kamellen: Wir wollen mehr Stunk!
Am Karneval ist zu besichtigen, auf welche Seite eines kulturellen Grabens sich das etablierte Fernsehen schlägt. Vielleicht kann Stefan Raab etwas ändern.
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„Die neue Welt ist schon da. Wir müssen nur hinschauen“, mahnt jüngst ein kluger Journalist. Dummerweise gilt auch das Gegenteil: Wohin man auch schaut – da ist nur alte Welt. Das so genannte Unterhaltungsfernsehen wird in diesen Tagen - wie immer um diese Jahreszeit - flächendeckend durchwirkt von schier endlosen Übertragungen des Karnevals, oder präziser: des Sitzungskarnevals. In Kölner Kneipen und Mainzer Gassen soll es ja witzig zugehen, im Fernsehen ist davon allerdings kaum etwas zu spüren. Wie in einer Zeitschleife reihen sich aneinander: Der „Orden wider den tierischen Ernst“ (ARD), „Karneval hoch drei“ (ZDF), „Mer losse d'r Dom in Kölle“(ZDF), „Düsseldorf Helau“(ARD) „Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht“ (in diesem Jahr in der ARD) und so weiter und so heiter. The same procedure as every year! ARD und ZDF wechseln sich ab, die Dritten Programme können kaum noch atmen, und immer wanken Gestalten wie aus längst vergangen Zeiten auf Bühnenmitte und Bildschirm: Der „Hobbes“ und „ne Hausmann“, „Et Fussisch Juche“ und die „Draiser Landfrau“, „Till“ und der „Bote des Bundestages“, die „4 Amigos“ und „Die Räuber“, mit den „Mainzer Hofsängern“ zum Ausklang. Und getanzt wird stets zu Marschmusik.
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