
© Tobias Reichelt
Kultur: Der Feinfühlige
Patric Saling ist Personenschützer. Nach der Arbeit schreibt er Gedichte und einen Roman
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Er hört es sofort. Unruhig knetet Patric Saling seine Hände. Stück für Stück, Finger für Finger, tastet er sie ab. Er kennt die Worte, die sein Gegenüber vorliest. Nervös rückt Saling auf dem Stuhl in der kleinen dunklen Pizzeria hin und her. Er beugt seinen breiten, durchtrainierten Rücken über den Tisch, so dass sein kahlrasierter Schädel im Schimmer der Lampe zu glänzen beginnt. Es muss aus ihm raus, man kann es sehen, man kann es sogar hören. Ein kurzes, tiefes Brummen, Saling räuspert sich. Nur sein Gegenüber ist da, um aufzuhorchen und Saling beendet den Satz: „ ... weißer Schmetterling, der in der Höhe seine Flügel schlägt und mich sanft im Morgenlicht umtanzt.“ Er lächelt. Entspannt lehnt sich Patric Saling zurück. Verstohlen lässt er seine kräftigen Hände in den Hosentaschen verschwinden. Es sind seine Worte.
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