Kultur: Spanische Streiflichter
Das Ensemble für Al Ayre Espanol musizierte im Raffaelsaal spanische Barockmusik
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Etwas anders als vorhergesehen verlief das dritte Konzert der Musikfestspiele. Wie angekündigt trat das renommierte Ensemble für Al Ayre Español im Raffaelsaal der Orangerie auf, allerdings ohne Altus. Anstelle von Sakralmusik des spanischen Barock gab es Arien aus „Jupiter und Semele“ von Antonio de Líteres, dem wohl bekanntesten spanischen Barockkomponisten, zu hören. Eine tragisch endende Liebesgeschichte zwischen Jupiter (Zeus) und Semele bildet das narrative Gerüst in dieser Frühform der Zarzuela, wie das Nationalsingspiel Spaniens offiziell heißt. Die Rekonstruktion und Aufführung von Antonio de Líteres „Jupiter y Semele“ ist Eduardo López Banzo zu verdanken, Gründer und Leiter des ausgezeichneten Ensembles Al Ayre Español.
Nicht zuletzt die eingesprungene Sopranistin Raquel Andueza in der Partie des Jupiter erweist sich als Glücksfall. Sie sorgt für reichliche Entschädigung der außerplanmäßigen Änderungen. Die vergleichsweise knappen und kleinteiligen Rezitative und Gesangsstücke changieren zwischen Lied und Arie und erhalten allenfalls im Lamento, wie bei „No he de enmudecer“, dramatisch-szenische Ausmaße. Raquel Anduezas klare, energische, warm timbrierte Stimme klingt ausgesprochen anziehend und verleiht den schlichten, aber wirkungsvollen Kompositionen höchste Präsenz. Die Begleitung durch zwei Violinen, Cello, Oboe, Theorbe und Cembalo erzeugt transparente, schnörkellose Klangbilder. Unterbrochen wird der Ablauf der Arien durch zwei rasant-virtuose Soloeinlagen des Meisters Eduardo López Banzo am Cembalo. Auch bei der g-Moll-Sonate von Luigi Boccherini steht das versiert gespielte Cembalo im Vordergrund, während die Geige punktuell begleitet und der Cellopart gleich ganz gestrichen war. Spanisch im klassischen Sinn muten die Klänge von Barockgitarre und Kastagnetten an. Mike Fentross, der schon vor drei Jahren mit seinem Ensemble „La Sphera armoniosa“ Aufsehen erregt hatte, erweist sich erneut als mitreißender Saitenvirtuose. Wunderbar nuanciert und präzis klappert Luz Martín León-Tello auf den Kastagnetten. Großer Beifall und zwei Zugaben. Babette Kaiserkern
Babette Kaiserkern
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