WM 2014: Kein Fußball in Brasilien: Anleitung zum Glücklichsein
zum Hauptinhalt
Kein Fußball? Das kann doch wohl nicht sein. Es muss weiter gehen, immer weiter. Nicht wahr, Oliver Kahn?

© dpa

Tagesspiegel Plus

WM 2014: Kein Fußball in Brasilien: Anleitung zum Glücklichsein

Das kann doch nicht wahr sein: Am Freitag wird bei der WM in Brasilien kein Fußball gespielt? Wie Sie trotzdem den Tag überstehen und sich beliebt machen, erraten wir Ihnen in dieser Anleitung zum Glücklichsein

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Die Vorbereitung auf den Tag, an dem bei der Weltmeisterschaft in Brasilien kein Fußball gespielt wird, hätte eigentlich bereits in der Nacht beginnen müssen. Sie hätten alle Wiederholungen schauen sollen, bis die Augen Ballform angenommen haben. Aber keine Sorge, wir bekommen das auch so hin:

Träumen Sie auch nach dem Aufwachen weiter, rund und ballorientiert, lassen Sie sich im Traum feiern für ein unglaubliches Tor, das Sie geschossen haben. Brüllen Sie im Wach-Traum laut: Yes, Yes, Yes! Schlittern Sie erst mit den Knien über den Flur, legen Sie aber vorher den Läufer von Ikea aus Gründen der Gesundheitsvorsorge beiseite, ballen Sie dabei die Fäuste und recken die Arme schließlich zur Zimmerdecke. Achten Sie nicht auf das Genörgel Ihrer Frau. Animieren Sie Ihre Kinder, Ihnen zu applaudieren. Das mit Ihrer Frau wird schon.

Duschen Sie ausgiebig mit dem Duschgel, für das Bundestrainer Jogi Löw Werbung macht. Rufen Sie unter der Dusche laut: „Männer, mehr Kreativität, Akzente setzen, ständig variieren, neu kombinieren.“ Versuchen Sie dabei den badischen Akzent möglichst realistisch wiederzugeben. Ziehen Sie mit dem Schaum Linien im Bad und schießen Sie mit der Gummiente ihres Sohnes ein Freistoßtor. Achten Sie weiterhin nicht auf das lauter werdende Genöle Ihrer Frau. Machen Sie eine abfällige Handbewegung, aber lassen Sie sich nicht die Rote Karte zeigen.

Achten Sie an diesem Tag auf Körpersprache, denken Sie daran: Wir brauchen Typen, vielleicht sogar Typen wie Sie. Murmeln Sie möglichst oft den Satz von Oliver Kahn vor sich her: „Es geht weiter, immer weiter.“

Bemalen Sie Ihr Frühstücksei gemeinsam mit den Kindern in den deutschen Farben, lassen Sie Ihre Kinder Porträts von Ihnen als falsche Neun zeichnen. Versuchen Sie Ihre Frau ins Team einzubinden, in dem Sie sie auffordern, Katrin Müller-Hohenstein zu sein. Sie soll Sie interviewen, dabei dürfen keine harten oder zu kritischen Fragen gestellt werden, Sie soll Ihnen sagen, wie schön Ihr Teint im Schein der Küchenbeleuchtung glänzt. Wiedersprechen Sie – ausnahmsweise – nicht. Lassen Sie und Ihre Frau während des Interviews, das Ihre Kinder mit Ihrem Smartphone aufnehmen, verliebt die Beine in der Küchenspüle baumeln.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })