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Am Bosporus: Ein Gigant entdeckt sich
Die Türken stilisieren sich zur fußballerischen Großmacht. Angesichts der politischen Spannungen sind die Erfolge Balsam für die türkische Seele und eine willkommene Ablenkung von den Problemen im Staat.
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Sogar die Schiffe auf dem Bosporus feierten mit. Als der türkische Torwart Rüstü Recber am Freitagabend in Wien den entscheidenden Elfmeter im Spiel gegen Kroatien hielt, war es in Istanbul schon längst nach Mitternacht. Doch ans Schlafen dachte in der Türkei kaum jemand. Ein tausendfacher Jubelschrei drang aus den offenen Fenstern der Häuser, die Nebelhörner der Schiffe dröhnten, Böller und Feuerwerkskörper stiegen in den dunklen Himmel, überall im Land feierten die Türken bis in den Morgen. Und natürlich schossen wieder einige trotz aller Verbote mit scharfen Waffen in die Luft – Querschläger töteten eine Frau und verletzten 23 weitere Menschen.
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