Josip Brekalo ist eine Verstärkung für Hertha BSC: Aber ist er auch eine Soforthilfe?
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Josip Brekalo feierte am vergangenen Wochenende gegen Hannover sein Startelfdebüt für Hertha BSC.

© Imago/Beautiful Sports/Franke

Josip Brekalo ist eine Verstärkung für Hertha BSC: Aber ist er auch eine Soforthilfe?

Die Berliner haben im Kampf um den Aufstieg keine Zeit mehr zu verlieren. Aber nicht nur Winterzugang Brekalo fehlt im Moment der Spielrhythmus.

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Josip Brekalo ließ sich nicht lange Zeit, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Fünfzig Sekunden waren bei seinem Startelfdebüt für Hertha BSC vorüber, als ihn auf Höhe der Mittellinie ein nicht besonders präzises Zuspiel ereilte. Der Ball kam in Kniehöhe und noch dazu in seinen Rücken, aber dank exzellenter Körperbeherrschung beförderte Brekalo ihn mit der Hacke zu einem Mitspieler und leitete damit den ersten Angriff seiner Mannschaft ein.

In dieser Szene am vergangenen Wochenende bei Herthas Heimspiel gegen Hannover 96 war schon einiges von dem zu sehen, was sich die Berliner von ihrem Winterzugang erhoffen.

„Mit seiner Technik und der Sicherheit, die er mitbringt, wird er definitiv ein Faktor bei uns werden“, sagt Benjamin Weber, der Sportdirektor des Berliner Fußballzweitligisten.

Josip Brekalo ist ein Spieler, dem man anmerkt, dass er schon mal höher gespielt hat. Bis vor wenigen Wochen hat er das noch getan.

Ehe der 27 Jahre alte Kroate am „Deadline Day“ Anfang des Monats ablösefrei zu Hertha BSC wechselte, stand er beim spanischen Erstligisten Real Oviedo unter Vertrag. Das Problem ist nur, dass er dort zuletzt eher sporadisch gespielt hat.

Auf 15 Einsätze hat es Brekalo bei Real seit dem Sommer gebracht; im Schnitt aber stand er nur in jedem zweiten Spiel auch in der Startelf, siebenmal insgesamt, und länger als 70 Minuten durfte er kein einziges Mal spielen.

Bei Hertha könnte sich das schnell ändern. Am vergangenen Wochenende gegen Hannover 96 hat Brekalo immerhin schon 68 Minuten mitgewirkt.

Dieser Spieler wird noch ein ganz wichtiger Faktor für uns sein. Er verfügt über eine Qualität, die wir in dieser Form noch nicht hatten im Kader.

Hertha-Trainer Stefan Leitl über Josip Brekalo

Dass er seit seinem Wechsel nach Berlin in jedem der drei bisherigen Pflichtspiele zum Einsatz kam, ist auch ein Indiz für die Wertschätzung, die ihm von seinem neuen Arbeitgeber entgegengebracht wird.

„Dieser Spieler wird noch ein ganz wichtiger Faktor für uns sein“, sagt Herthas Trainer Stefan Leitl. „Er verfügt über eine Qualität, die wir in dieser Form noch nicht hatten im Kader.“ Und Sportdirektor Weber glaubt, dass Brekalo „gerade mit seinen Dribblings und seiner Abschlussstärke eine Verstärkung sein“ werde.

116
Minuten stand Brekalo bisher für Hertha auf dem Platz, verteilt auf drei Spiele.

Aber Hertha braucht nicht nur eine Verstärkung für die Offensive, die gemessen an den Toren immer noch nur die sechstschlechteste der Zweiten Liga ist; Hertha braucht vor allem eine Offensivkraft, die sofort hilft. Denn wenn sich nicht ganz schnell etwas tut, dann drohen die Berliner den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen zu verlieren.

Richtungsweisendes Spiel gegen Paderborn

An diesem Sonntag (13.30 Uhr, live bei Sky) steht für Hertha erneut ein wegweisendes Spiel an. Der Gegner, der SC Paderborn, liegt in der Tabelle als Fünfter zwar nur einen Platz vor Hertha. Er hat aber bereits sechs Punkte mehr. Bei einem Heimsieg würden die Ostwestfalen endgültig davonziehen – so wie es am vergangenen Wochenende die Hannoveraner getan haben, die ihren Vorsprung auf Hertha mit dem 3:2-Auswärtssieg in Berlin von vier auf sieben Punkte ausbauen konnten.

Hertha hat sich durch die dürren Ergebnisse der vergangenen Wochen selbst unter Druck gesetzt. Viel darf nun nicht mehr schiefgehen. Im Gegenteil: Die Dinge sollten auf Anhieb funktionieren. Auch bei Josip Brekalo.

Gegen Hannover hat der frühere kroatische Nationalspieler unmittelbar vor der Pause gezeigt, über welches Potenzial er verfügt. Durch einen klugen Laufweg nötigte er Fabian Reese, Herthas Kapitän, zu einem perfekten Pass in die Spitze. Brekalo tauchte völlig frei vor Hannovers Torhüter Nahuel Noll auf und gab den ersten Torschuss seiner Mannschaft im gesamten Spiel ab. Aber sein Abschluss hatte weder Wucht noch Präzision, sodass Noll nicht ernsthaft geprüft wurde.

Bei allen positiven Ansätzen: Nicht nur in dieser Situation fehlte Brekalo die Selbstverständlichkeit in seinem Spiel. Gleich zu Beginn der Partie war ein verunglückter Pass von Noll in seinen Füßen gelandet. Doch die Entscheidung – schießen oder passen? – dauerte zu lange. Herthas Chance auf die frühe Führung war vertan.

Einige Langzeitverletzte sind zurück

„Ich glaube, dass Josip gut im Spiel war“, sagte Herthas Co-Trainer Andre Mijatovic, der seinen gesperrten Chef Stefan Leitl gegen Hannover als Wachhabender an der Seitenlinie vertreten hatte. „Man merkt schon, dass er im Trainingsrhythmus und ein fitter Spieler ist. Aber wahrscheinlich fehlt ihm ein bisschen Spielrhythmus.“

Herthas Problem ist, dass dies nicht nur Brekalo betrifft. Die personelle Situation hat sich zwar deutlich entspannt. Leon Jensen und John Anthony Brooks standen zuletzt schon wieder im Kader der Berliner. Auch Niklas Kolbe trainiert inzwischen wieder voll mit der Mannschaft. Aber alle waren lange raus und benötigen vermutlich noch Zeit, um auf ihr volles Leistungsniveau zu gelangen.

Das gilt auch für Dawid Kownacki, Herthas erste Sturmoption. Seit seinem Wechsel im Sommer hat der Pole nie seinen Rhythmus aufnehmen können.

Im Herbst fiel er wegen einer Sprunggelenksverletzung mehrere Wochen aus, dann verpasste er das Wintertrainingslager wegen eines Infekts, und als Kownacki endlich wieder auf dem Sprung in die Startelf war, sah er eine Rote Karte und wurde für drei Spiele gesperrt. Und so sind inzwischen mehr als fünf Monate vergangen, seitdem Herthas Mittelstürmer zweimal nacheinander von Beginn an gespielt hat.

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