Deutsche in St. Petersburg: An die Menschen erinnert nichts mehr
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Nacht über Petersburg. „Vieles von ihrem Glanz verdankte die russische Residenz den Deutschen“, schreibt Buchautor Christian Neef.

© Epa Maltsev/dpa

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Deutsche in St. Petersburg: An die Menschen erinnert nichts mehr

In St. Petersburg lebten einst 50.000 Deutsche, sie prägten die Stadt. Viele wurden Opfer des „Großen Terrors“ im Stalinismus. Ein neues Buch erinnert daran.

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Am Montag, den 3. Oktober 1938, wird Oskar Böhme morgens aus seiner Zelle geholt. Er müsse zu einer medizinischen Untersuchung, sagt man ihm. Er wird in einem unwirtlichen Kellerraum geführt. Nachdem er eine Weile gewartet hat, kommt ein NKWD-Mann herein, setzt blitzschnell eine Pistole an seinen Nacken und drückt ab. Der Kornettist und Trompeter Oskar Wilgelmowitsch Böhme, der 1870 im sächsischen Potschappel zur Welt gekommen und 1898 voller Hoffnung nach St. Petersburg übersiedelt war, ist sofort tot. Man hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihn darüber zu unterrichten, dass er auf Grundlage einer schlampig zusammengeschusterten Anklage zum Tode verurteilt worden war.

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