Neurowissenschaft: Mitgefühl ist nicht farbenblind
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Flucht nach 1945

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Neurowissenschaft: Mitgefühl ist nicht farbenblind

Doch wer "wir" und "die anderen" sind, wird immer wieder neu definiert. Mitgefühl könne man außerdem trainieren, sagen Forscher. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Jana Schlütter

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Eine lange Nadel steuert unaufhaltsam auf die schmerzempfindliche Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger zu. Sie wissen nicht, wer da in Gefahr ist. Der Film zeigt nur eine anonyme Hand und ein Stück Arm. Trotzdem zucken Sie aller Wahrscheinlichkeit nach zusammen, wenn die Nadel die Hautschichten durchdringt. Mit gutem Grund. Im Hirnscanner sehen Forscher, dass dann eben jene Neuronen zu feuern beginnen, die auch den eigenen Schmerz melden würden. Auf der Haut bildet sich etwas Schweiß, so dass sich deren elektrische Leitfähigkeit erhöht – eine weitere objektiv messbare Reaktion. Die Probanden fühlen mit, zeigte der Neurowissenschaftler Alessio Avenanti von der Universität Bologna. Aber es gibt einen Haken: Weiße Versuchsteilnehmer reagierten nur so, wenn eine weiße Hand zu sehen war. Und schwarze Probanden auf die Verletzung einer schwarzen Hand. Empathie ist nicht farbenblind.

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