Bibliotheken in der NS-Zeit: Raubgut im Regal
zum Hauptinhalt
Olympische Spiele 1936. Die Preußische Staatsbibliothek, geschmückt mit Hakenkreuzfahnen.

© bpk

Tagesspiegel Plus

Bibliotheken in der NS-Zeit: Raubgut im Regal

Bibliotheken beschäftigen sich mit ihrer Rolle in der NS-Zeit: So kam den „gleichgeschalteten“ National- und Staatsbibliotheken die Aufgabe zu, die Ausleihe von Büchern zu kontrollieren, denen das Regime einen „undeutschen Geist“ unterstellte.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Der Germanist Max Herrmann, Begründer der Theaterwissenschaft in Berlin, war auch mit 75 Jahren als Forscher noch aktiv. Für die Preußische Staatsbibliothek Unter den Linden hatte er eine Sammlung von 15 000 Manuskripten, die einst Autoren an Theater geschickt hatten, zusammengestellt und erschlossen. Juden waren in der Staatsbibliothek ab 1938 nicht mehr als Leser zugelassen, doch aufgrund seiner Verdienste erhielt Herrmann eine Ausnahmegenehmigung. Stuhl und Tisch im Lesesaal durfte er allerdings nicht mehr benutzen, in einem Nebenraum stellte man ein Stehpult für ihn auf. Zuletzt musste er den Weg von seiner Charlottenburger Wohnung in die Bibliothek zu Fuß zurücklegen, weil Juden nun auch nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren durften.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })