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Riesenschildkröten auf Galápagos-Insel: Verwandte von "Lonesome George" entdeckt
Er galt als der Letzte seiner Unterart: "Lonesome George", eine im Juni verstorbene Riesenschildkröte. Doch jetzt wurden auf einer Galápagos-Insel Verwandte des Tieres entdeckt. Auch darüber wie die Schildkrötenart auf dem einsamen Eiland gelandet ist, gibt es schon Vermutungen.
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Am liebsten schlief er. Viel und lang. Hin und wieder reckte er seinen langen, faltigen Hals aus dem schweren Panzer, kaute auf ein bisschen Grünzeug herum und blinzelte aus kleinen schwarzen Augen in die Welt: In seinem Fall das weitläufige Gehege der Schildkrötenaufzuchtstation auf der Galapagosinsel Santa Cruz. Mit Weibchen wusste „Lonesome George“ leider nie recht etwas anzufangen. Mancher fragte sich gar, ob er schwul sei. Selten wohl hat die Welt so viel Anteil am Sexualleben eines Reptils genommen wie bei dieser Riesenschildkröte. Der Einsame galt halt als Letzter seiner Art. Von ihm hing viel ab.
Und dann starb er. Am 24. Juni 2012. An Herzversagen. Bald hundertjährig. Im besten Schildkrötenalter also. Denn die Männchen, die eine Lebenserwartung von bis zu 200 Jahren haben, werden erst mit 40 geschlechtsreif. George aber hatte keinen Nachwuchs gezeugt. Alle Versuche, ihn mit Weibchen einer nahe verwandten Unterart zu paaren, waren fehlgeschlagen: Wer heute an seinem einstigen Gehege im Charles-Darwin-Center in Puerto Ayora steht, kann den Schildkrötendamen „Georgette“ und „Georgina“ dabei zusehen, wie sie sich auf ihren unförmigen Beinen gemächlich um den Teich schieben: Anders als von seinen Wärtern gewünscht, hat George sie in all den Jahren ihres Zusammenlebens nicht zu Müttern gemacht. Darum bedeutete Georges Tod das Ende der Schildkrötenunterart Chelonoidis abingdoni von der Galapagosinsel Pinta.
So dachte man.
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