Alle Tagesspiegel-Artikel vom 01.04.2001
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Berlins Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) rechnet nicht mit einer weiteren Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes vor der Bundestagswahl 2002. "Die rot-grüne Bundesregierung blockiert die Berliner Bundesratsinitiative genauso wie SPD-geführte Bundesländer", sagte der Politiker dem "Berliner Kurier".

Die SPD sieht jetzt gute Chancen, bei den im Herbst beginnenden Kommunalwahlen den Oberbürgermeister-Sessel in Cottbus zu erobern: Bildungs-Staatssekretär Frank Szymanski erklärte auf einer Mitgliedervollversammlung der Cottbuser SPD am Sonnabend offiziell seine Bereitschaft, für diesen Posten zu kandidieren. Dem Staatssekretär wird in der Cottbuser wie auch in der Landes-SPD zugetraut, dass er den bekannten CDU-Oberbürgermeister und Präsidenten des Städte- und Gemeindetages Wolfgang Kleinschmidt aus seinem Amt verdrängen kann.

Es ist normal, dass der Mensch, ein notorischer Sinnsucher, ständig Ausschau nach Symbolen hält, die ein wenig Licht in das Chaos bringen. Ein solches Ereignis hat jüngst stattgefunden, als ein Weltumruderer zugeben musste, dass er mit Bergen von Dosen, aber ohne Dosenöffner auf seinen 13 000-Kilometer-Törn gegangen war.

Unter Bank-Vorstand Klaus Landowsky kam es bei der Berlin Hyp zu weitaus größeren Unregelmäßigkeiten als bisher bekannt. Streng vertraulichen Bankprotokollen zufolge stellt das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BaKred) fest, dass die Spitze von Landowskys Geldhaus die eigene Kreditabteilung überging, als sie der Firma Aubis ein Darlehen von mehr als 625 Millionen Mark vergab.

Von Ralf Schönball

Im Schiedsverfahren um die Eigentümerschaft beim Berliner Energieversorger Bewag AG haben sich die Energiekonzerne Eon und Mirant grundsätzlich auf eine Lösung verständigt. Demnach sollen der US-Konzern Mirant (früher Southern Energy) und die Hamburgische Electricitätswerke AG (HEW) gemeinsam führen, hieß es übereinstimmend in Kreisen der Beteiligten.

Die Damen und Herren des Landesvorstandes hatten zumindest das Gefühl, gefragt zu werden. Wenige Minuten vor dem Beginn des Parteitages hatte Jürgen Möllemann die lieben Kolleginnen und Kollegen zusammenrufen lassen, um ihnen anschließend mit wenigen Worten den Kompromiss zwischen ihm und Guido Westerwelle zu verkünden.

Von Jürgen Zurheide

EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer hat eine Kürzung der Subventionen verlangt, die die Europäische Union den Bauern als Ausgleich für die Absenkung der staatlichen Stützungspreise bezahlt. "Die Beihilfen stellen in manchen Bereichen nicht nur eine Kompensation, sondern eine Überkompensation dar", sagte die Grünen-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Noch riecht es nach Lack und Farbe im Haus, zahlreiche Teppichböden müssen verlegt werden, und gerade in den obersten Stockwerken der Leitungszentrale scheinen die Arbeiten im Verzug. In den beiden Kabinettsälen aber müssen nur noch die Tischplatten montiert werden, die Stühle sind schon da, und in den beiden Verwaltungsflügeln sind die Büros an den Wintergärten schon eingerichtet, mit Mobiliar aus rotbrauner Buche, dunklen Flachbild-Computern und hellen Druckern.

Die Wissenschaftspolitik in Berlin wird derzeit bestimmt von den zwei bedeutendsten Vorhaben dieser Legislaturperiode: der Verlängerung der Hochschulverträge und der Novellierung des Hochschulgesetzes. Berlin kann und muß jetzt beweisen, welche Priorität die Wissenschaft jenseits wohlfeiler Reden tatsächlich genießt.

Von Monika Grütters

Die Auswirkungen einer Ölpest hängen nicht nur von der Schadstoffmenge oder etwa dem Wetter ab, sondern auch von der Art des Öls. Schweröl ist für die Umwelt besonders riskant.

Die Landesverbände der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) von Berlin und Brandenburg wollen sich im Mai zusammenschließen. "Wir wollen dadurch schlagkräftiger werden und so noch mehr für den Naturschutz tun", sagte die stellvertretende SDW-Landesvorsitzende von Berlin, Gudrun Rademacher, am Sonntag.

Das Museum für Kommunikation - hinter dem noch immer recht unbekannten Namen verbirgt sich das historische Postmuseum in der Leipziger Straße 16 in Mitte - lädt am morgigen Dienstag zum "Philatelistischen Salon". In der alle zwei Monate stattfindenden Veranstaltung geht es diesmal um das Thema "Briefmarken und Briefmarkensammeln im Dokumentar- und Spielfilm".

Nach dem Kippen einer gebührenpflichtigen Parkzone im Bereich der Steglitzer Schloßstraße durch das Verwaltungsgericht hat der Baustadtrat von Steglitz, Ralf Körner (CDU), die Straßenverkehrsbehörde gestern aufgefordert, gegen den Beschluss Beschwerde einzulegen. Das weitere Vorgehen der allein zuständigen Polizei ist derzeit offen.

Von Klaus Kurpjuweit

Der am Sonntag auf dieser Seite abgedruckte Brief Fidel Castros, in dem er als 13-Jähriger den US-Präsidenten Roosevelt um eine Zehn-Dollar-Note bittet, sah aus wie ein Aprilscherz, doch, April, April, alles an der Meldung stimmt. Die Spielerei zum 1.

Sat 1 pflastert den Vorabend mit Quizshows. Vor Jörg Pilawas Doppelausgabe der "Quizshow" platziert der Sender ab heute um 17 Uhr die werktägliche Ratesendung "Quizfire" mit Moderator Meinert Krabbe.

Nach dem jüngsten Castor-Transport haben sich Grünen-Politiker aus Niedersachsen und Bremen für eine Neuverhandlung des Atomkonsenses der Bundesregierung mit der Energiewirtschaft ausgesprochen. Die Landesvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Heidi Tischmann, forderte in der "Welt am Sonntag" eine "Nachbesserung" des Atomkonsenses.

Zum Thema Online Spezial: New Economy Ulrich Schumacher, Vorstandschef des Chipkonzerns Infineon AG, geht trotz der Turbulenzen an den Märkten davon aus, dass sich die Preise für Speicherchips im zweiten Halbjahr bereits wieder erholen. Dem Handelsblatt sagte Schumacher, auch in den beiden für Infineon wichtigen Abnehmerbranchen, Mobilfunk- und PC-Industrie gebe es derzeit lediglich "Wachstumsdellen".

Der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic muss nach seiner Festnahme vorerst 30 Tage in Untersuchungshaft bleiben. Die serbische Polizei hat den im Oktober gestürzten Autokraten am frühen Sonntagmorgen nach einer knapp 40-stündigen Belagerung aus seiner Residenz im Belgrader Vorort Dedinje abführen und ins Zentralgefängnis überstellen können.

Von Stephan Israel

Manche behaupten, derzeit gelinge Jörg Schönbohm einfach alles: Kaum jemand hat wirklich geglaubt, dass der Innenminister in nur einem Jahr die schwierige Reform der ineffizienten Polizei- und Kommunalstrukturen durchsetzen könnte. Sein SPD-Vorgänger Alwin Ziel hatte nach vergeblichen Anläufen im reformunwilligen Brandenburg den Kopf resigniert in den märkischen Sand gesteckt.

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