Forscher „erstaunt“ über hohe Abfallwerte: Die Spree ist in Berlin fast ausschließlich mit Plastik vermüllt
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Zwei Männer bereiten auf der Spree, vor dem Reichstagsgebäude einen 300 Quadratmeter großen Plastikteppich vor, der Bestandteil der Demonstration „#GoodbyePlasticBottles“ gegen den zunehmenden Plastikmüll ist.

© dpa/Wolfgang Kumm

Forscher „erstaunt“ über hohe Abfallwerte: Die Spree ist in Berlin fast ausschließlich mit Plastik vermüllt

Plastikmüll macht laut einer neuen Studie über 90 Prozent des Abfalls in den Berliner Teilen der Spree aus. Das überrascht selbst die Autoren. An fünf Brücken sammelt sich besonders viel Müll.

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Die Spree und ihre Nebenarme in Berlin sind stark mit Plastikabfällen belastet. Das zeigt eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Laut den Forschenden bestehen rund 96 Prozent des Mülls in den untersuchten Gewässern und an ihren Ufern aus Kunststoff. Lebensmittelverpackungen machen demnach rund ein Drittel des Plastikmülls aus.

Zwischen November und Dezember 2021 analysierte das Forschungsteam die Müllverteilung an 27 Brücken über Spree, Havel, Teltow- und Landwehrkanal. Auf einer Fläche von 20.250 Quadratmetern erfassten sie, an welchen Abschnitten der Flüsse sich wie viel Müll sammelte und aus welchen Stoffen sich dieser zusammensetzte.

Zwei große Plastikteile pro zehn Quadratmeter

„Wir haben mit viel Plastik gerechnet, aber wir waren doch erstaunt, dass Plastik einen so hohen Anteil an der Gewässerverschmutzung durch Müll ausmacht“, sagte IGB-Forscherin Oleksandra Shumilova. Glas, Papier, Aluminium oder andere Metalle hätten nur vier Prozent des Mülls ausgemacht.

Die Forschenden entdeckten durchschnittlich zwei größere Plastikteile pro zehn Quadratmeter. Neben Verpackungen fanden sie häufig Zigarettenfilter. Laut Martin Blettler, dem Erstautor der Studie, dürfte die Belastung saisonal bedingt eher niedrig gewesen sein: „Sicher hätten wir im Sommer mehr Plastik gefunden als im November und Dezember.“ Auch die pandemiebedingten Einschränkungen 2021 hätten reduzierte Mengen verursacht.

An diesen Brücken sammelt sich der meiste Müll

Die Müllverteilung variierte entlang der Flüsse stark. Die höchste Konzentration wurden an der Moabiter Brücke entdeckt, gefolgt von der Mörschbrücke, der Weidendammer Brücke, dem Hiroshimasteg und der Juliusturmbrücke. Die Oberbaumbrücke lag auf Platz zehn.

Laut der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sind täglich mehrere Reinigungsschiffe, Reinigungswagen und weitere Fahrzeuge im Einsatz, um Gewässer in Berlin zu reinigen. Jährlich werden demnach etwa 400 Tonnen Müll entfernt, was rund zwei Millionen Euro kostet. Die großen Mengen an Müll in Berliner Gewässern seien „ein stetiges Problem“.

Nicht nur im Wasser, sondern auch an Land leidet die Hauptstadt unter großen Mengen von Verpackungsmüll. Die Bezirke setzen sich für die Einführung einer Verpackungssteuer ein, um den Abfall im öffentlichen Raum zu reduzieren.

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