Berlin: Ist der Stuttgarter „Muslimtest“ ein Modell für Berlin?
Kriegsdienstverweigerer kennen diese Gewissensfrage seit Jahrzehnten: „Was tun Sie, wenn Maskierte Ihre Freundin entführen und vergewaltigen wollen?“ Waffenverweigerer mussten darlegen, wie sie die Situation bewältigen, möglichst ohne zur Waffe zu greifen.
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Kriegsdienstverweigerer kennen diese Gewissensfrage seit Jahrzehnten: „Was tun Sie, wenn Maskierte Ihre Freundin entführen und vergewaltigen wollen?“ Waffenverweigerer mussten darlegen, wie sie die Situation bewältigen, möglichst ohne zur Waffe zu greifen. Eine ähnliche Frage wird jetzt in dem baden-württembergischen Fragebogen gestellt. Wer als Muslim darauf antwortet, dieser Situation mit Gewalt zu begegnen, hat verloren. Und zwar den Anspruch auf einen deutschen Pass. Zu Recht. Jahrzehntelang mussten junge Männer in Deutschland über diese Frage grübeln, wieso dürfen diese und andere Fragen nicht an Ausländer gestellt werden? Weil sie bei vielen Deuschen immer noch „unter Naturschutz“ stehen, wie die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek, die den Fragebogen mit entwickelt hat, feststellte? Wer sich die deutsche Staatsbürgerschaft erschleichen will, um finanzielle Unterstützung vom Staat zu bekommen, aber trotzdem seine Töchter zwangsverheiraten will und Demokratie oder Homosexuelle ablehnt, der steht nicht auf dem Fundament dieser Gesellschaft. Der deutsche Staat hat ein Recht zu erfahren, was in den Köpfen der Leute vor sich geht, so hat es Necla Kelek formuliert. Der als Gesprächsleitfaden dienende Fragebogen ist ein guter Weg dazu. Er sollte auch in Berlin eingeführt werden.
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