Der Fall Ohnesorg: Korpsgeist - Ein gefährlicher Zusammenhalt
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Knüppel raus. Die Polizei der 1960er Jahre war von militärischem Geist geprägt.

© bpk / Alexander Enger

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Der Fall Ohnesorg: Korpsgeist - Ein gefährlicher Zusammenhalt

Es ist der Korpsgeist, der den Ohnesorg-Todesschützen Karl-Heinz Kurras vor Konsequenzen bewahrt. Erst als ein neuer Chef antrat, begann sich die Polizei zu wandeln – allmählich.

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„Ein schwarzes Kapitel.“ Das war der Fall Kurras für Klaus Hübner, als der damals 45-Jährige im Jahr 1969 zum Berliner Polizeipräsidenten gewählt wurde – eineinhalb Jahre nach den Todesschüssen auf Benno Ohnesorg und dem Freispruch für Karl-Heinz Kurras. Die in Berlin regierenden Sozialdemokraten hatten den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Hübner aus Bonn geholt. Man wollte keinen Mann aus dem eigenen Polizeiapparat, sondern einen politisch denkenden Präsidenten. Der Korpsgeist sei damals ganz stark in der Polizei verbreitet gewesen, erinnert sich Hübner bis heute; er nennt es den „Duensing-Geist“, nach seinem Vorgänger Erich Duensing. Der ehemalige Truppenführer und Generalstabsoffizier im zweiten Weltkrieg hatte die Polizei in der Frontstadt West-Berlin als eingeschworene Gemeinschaft geformt, in der jedes Fehlverhalten von Beamten unter den Tisch gekehrt wurde.

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