Gedicht an der Niederländischen Botschaft: Poetische Mauer
„Die Stadt, eine halb abgeschminkte Frau“ steht nun auf der Steinfassade. Die Niederländische Botschaft hat Berlin ein Gedicht geschenkt.
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In den Niederlanden ist Berlin gerade ziemlich angesagt. Die Touristen strömen und schauen und staunen über die quirlige deutsche Hauptstadt. Das war vor genau 80 Jahren ganz genauso, als der niederländische Dichter Hendrik Marsman nach Berlin kam und seine Begeisterung in einem stil- und zeitprägenden Gedicht festhielt: „Berlijn“, eine Liebeserklärung an eine Stadt, die nie zur Ruhe kommt und vor Leben vibriert. „Der Morgen ist ein besudeltes Kleid / eine Seite mit einem Eselsohr / ein Klecks // die Stadt / eine halb abgeschminkte Frau // doch zuckend bäumt sie sich in den Himmel / wie ein blaues Pferd von Marc im Luftgeschirr // Berlin // die Sonne gelb“, heißt es in der treffenden Übertragung von Aard Posthuma, der auch schon Cees Nootebooms Gedichte übertragen hat. Ein Gedicht, das in den Zwanziger Jahren synonym für Berlin war und das Bild der Stadt für eine ganze Generation vorgegeben hat.
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