Robert Tutus ist der letzte Christ im anatolischen Idil
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In Ruinen. Robert Tutus zwischen den Überresten der christlichen Altstadt von Idil. Im Hintergrund zu sehen: die neue Kurdenstadt.

© Susanne Güsten

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Der letzte Christ im anatolischen Idil: In gutem Glauben

Sein Vater war beliebt, erfolgreich – und Christ. Deshalb wurde er ermordet. Dann übernahmen die Kurden die anatolische Stadt Idil. Jetzt kämpft Robert Tutus um das Vermächtnis seiner Familie.

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Wenn Robert Tutus in Idil unterwegs ist, dann dauert das seine Zeit. Auf der staubigen Marktstraße der kurdischen Kleinstadt in Südostanatolien kommt der Frankfurter nur langsam voran. Ständig wird er angehalten: von Würdenträgern in weißen Turbanen, die ihn auf beide Wangen küssen und von alten Zeiten erzählen wollen. Von Basarhändlern in Lederjacken, die ihm einen Hocker zurechtrücken und den Laufburschen nach Tee schicken. Von Bittstellern, die ihm mit gesenktem Blick Worte ins Ohr murmeln. Ein Behördengang mit Tutus kann sich stundenlang hinziehen, weil die Beamten es sich nicht nehmen lassen, ihn zum Tee ins Hinterzimmer zu bitten. Und im besten Lokal der Stadt – das anderswo eher als Imbissstube gelten würde – kommt der türkische Militärkommandant an seinen Tisch, um ihn mit Handschlag zu begrüßen.

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