Istanbul: Skandal im Sperrbezirk
zum Hauptinhalt
Vor den Toren der Bordellstraße. Frauen protestieren mit Plakaten.

© Sevval Kilic

Tagesspiegel Plus

Istanbul: Skandal im Sperrbezirk

Seit osmanischen Zeiten werden Bordelle in Istanbul geduldet, doch jetzt schließen die Behörden eins nach dem anderen. Prostituierte protestieren dagegen – sie sehen sich von Politikern auf den Straßenstrich gedrängt.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Im Gassengewirr unterhalb vom Galata-Turm in Istanbul führt ein steiles Gässchen an einem grau gestrichenen Tor vorbei, das den Touristen nicht weiter auffällt. „Kein Zutritt ohne Personalausweis“ steht auf Türkisch daran, ein handgeschriebener Zettel zählt auf, was alles am Eingang abzugeben ist: Handy, Schlüsselbund, Feuerzeug und natürlich Waffen aller Art. Männer mit hochgeschlagenen Kragen warten vor dem Tor darauf, dass der Polizist am Eingang ihre Ausweise kontrolliert, bevor er sie durch einen Metalldetektor eintreten lässt in den Sperrbezirk von Istanbul. Ein ganzer Straßenzug voller Bordelle verbirgt sich hinter dem grauen Tor, durch das täglich 5000 bis 7000 Männer eintreten. Denn Prostitution ist zwar erlaubt in der Türkei, soweit sie von staatlich anerkannten Sexarbeiterinnen in behördlich genehmigten Bordellen betrieben wird; öffentlich sichtbar werden darf sie aber nicht.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })