Konzert Grigory Sokolov: Als säße Brahms am Flügel
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Stoische Gelassenheit. Grigory Sokolov.

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Konzert Grigory Sokolov: Als säße Brahms am Flügel

In Frühlingsstürmen: der russische Pianist Grigory Sokolov in der Philharmonie.

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Es gibt Abende, an denen die Philharmonie verstimmt ist wie ein großes Instrument. Das Ächzen, Knistern und Prusten in den Rängen will kein Ende finden, das Konzerterleben erreicht katarrhalische Qualitäten. Begleitend quittieren mobile Endgeräte lautstark den Empfang von Nachrichten aus der äußeren Welt. Manch ein Pianist hat das zum Anlass genommen, den Klavierdeckel donnernd zu schließen, das Publikum harsch zurechtzuweisen oder schlicht von der Bühne abzugehen. Doch Grigory Sokolov bleibt seiner entrückten Aura auch in Berliner Frühlingsstürmen treu. Dieser Musiker, der dem Publikum mit seiner jährlichen Wiederkehr einen Anlass zum Pilgern geschenkt hat, erträgt stoisch das Unberechenbare, das ein ausverkauftes Riesenhaus birgt. Manchmal hilft nicht einmal, dass er das Licht auf ein dämmeriges Minimum herunterfahren lässt. Man ahnt die Gründe, warum Sokolov auf seinen Riesentourneen mit über 70 Auftritten gerne in mittlere, auch kleine Räume zurückkehrt, obwohl er mit seiner staunen machenden Musizierhaltung längst nur noch die größten Bühnen bespielen könnte.

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