
© Michael Schmidt
Berliner Fotograf Michael Schmidt: Das Auge isst mit
Vier Jahre recherchierte der Berliner Fotograf Michael Schmidt in der Nahrungsindustrie. Nun zeigt der Gropius-Bau seine Bilder.
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Gerade hat der BUND seinen „Fleischatlas“ herausgebracht – Riesenaufregung. In der Tiermast werden 170 Milligramm Antibiotika pro erzeugtes Kilogramm Fleisch verabreicht. Deutschland liegt damit ganz vorn. Europaweit sterben jährlich 25 000 Menschen an Antibiotika-Resistenzen. Passgenauer könnte Michael Schmidts Ausstellung im Martin-Gropius-Bau gar nicht kommen, die ab dem heutigen Sonnabend zu sehen ist. „Lebensmittel“ lautet der lakonische Titel seiner Schau, die anhand von 137 Fotografien zeigt, was in Europas Fischfarmen, Obstplantagen, Mastbetrieben los ist. Von Skandal und Schockbildern findet sich hier allerdings keine Spur. Schmidts Ausstellung gehorcht keinem Aktualitätsdruck, das Thema bleibt virulent. Nur hat es sich mit dem Berliner Künstler jetzt einer der wichtigsten Fotografen Deutschlands vorgenommen, und der macht es zu seiner Zeit, auf seine Weise.
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