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Herfried Münkler über den Ersten Weltkrieg: Das große Sterben
Die letzte umfassende Studie eines deutschen Autors über den Ersten Weltkrieg kam 1968 heraus. Jetzt hat sich der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler mit dem Thema beschäftigt. Sein 900-Seiten-Buch über den "Großen Krieg" ist ein Meisterwerk.
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Der Erste Weltkrieg war nicht unvermeidlich. Die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, wie ihn der amerikanische Diplomat George F. Kennan nannte, war das Ergebnis eines beispiellosen politischen Versagens. Wie die Akteure auf beiden Seiten der Front im Sommer 1914 in einen Krieg stolperten, den eigentlich keiner wollte, das schildert Christopher Clark in seinem Bestseller „Die Schlafwandler“. Die Entscheidungsträger hatten durchaus Optionen. Aber sie waren überzeugt, unter Zwang zu handeln. Herfried Münkler, der nun ein monumentales Buch über den „Großen Krieg“ veröffentlicht, spricht von einer „Fatalismusfalle“. Europas Politiker glaubten, dass es irgendwann ohnehin zum Krieg kommen würde. Deshalb folgte ihr Handeln den Mustern einer self-fulfilling prophecy. Dieser Mangel an Mut und Fantasie kostete 20 Millionen Menschen das Leben.
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