"Rheingold" bei den Bayreuther Festspielen: Das Weitwerden der Welt
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"Rheingold" in Bayreuth, mit Ian Paterson (2.v.r.) als Wotan.

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"Rheingold" bei den Bayreuther Festspielen: Das Weitwerden der Welt

Frank Castorfs Ring-Zyklus ist zum letzten Mal bei den Bayreuther Festspielen zu sehen. Den Auftakt machte jetzt "Rheingold". Eindrücke einer Besucherin.

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Die Götter ziehen über die Regenbogenbrücke nach Walhall, das ist der Schluss. Natürlich gibt es bei Frank Castorf keine Regenbogenbrücke, aber dafür – Einholung der alten Flagge der alten Welt, Aufzug der Flagge der neuen Welt – eine Regenbogenfahne, in die ein leichter Zukunftswind fährt. Aber wir hören die Brücke und noch viel mehr: großer Friede, Fernnahglück. Die ultimativen Noten des Nachhausekommens. Und zum ersten Mal machen die Rheintöchter, was die Musik und die Evolutionstheoretiker unter uns verlangen: werden ganz Welle und Gischt, Bewusstseinsinseln im Wasser. Was für ein Schluss! Was für eine Inszenierung! Was für Darsteller! Was für ein Orchester unter Marek Janowski! Es ist ein Weltweitwerden von innen. Und dann verlässt das Publikum das Festspielhaus und sieht weit gespannt obendrüber: einen großen Regenbogen. Lachen und die Auslöser von hunderten Mobiltelefonen.

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