
© Julia Wesely
Teodor Currentzis und das Orchester Musicaeterna: Die Stille über den Trümmern
Der Dirigent Teodor Currentzis bringt mit Schostakowitschs Vierter Symphonie den Orchesterapparat in der Philharmonie zum Beben.
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Sie ist eins der rätselhaftesten Werke im Kosmos Klassik und sperrt sich noch immer gegen den Einzug in den Spielplanalltag. Schostakowitschs Vierte Symphonie erscheint bodenlos in nahezu jeder Hinsicht. Gewaltig der zusammengetürmte Orchesterapparat, unbändig die Eruption der Klänge, unauflösbar der Schatten, der auf die Partitur gefallen ist. Wenn man mit den ersten infernalischen Takten in den Sog von Theodor Currentzis und seinem verschworenen Orchester Musicaeterna gerät, versteht man unmittelbar, warum Schostakowitsch seine Vierte kurz vor der Uraufführung 1936 zurückzog. Der Komponist hatte zuvor bereits die erbarmungslose Kritik Stalins auf sich gezogen, der in der Prawda „Chaos statt Musik“ anprangerte.
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