Kultur: Ein alter Balzac
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Kultur: Ein alter Balzac

Vom Kapital des Körpers und dem Verfall der Kalauer: Frank Castorf fleddert „La Cousine Bette“ in der Volksbühne.

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So konsequent wie in Balzacs 1846 erschienenem Roman „La Cousine Bette“ wird erotisches Kapital selten in Edelimmobilien, Luxuskutschen und Rentenpapiere umgesetzt. Der Baron Hulot – ein ehemaliger Günstling Napoleons und ranghoher Beamter des Kriegsministeriums – trägt seine Besitztümer auch dann noch hörig zu seinen Affären, als sie längst verpfändet sind. Daheim nagt die tugendhafte Gattin Adeline unterdessen am Hungertuch. Eine verkniffene Verwandte namens Tante Lisbeth beschleunigt dabei den Hulot’schen Familienruin mit persönlichem Lustgewinn. Durch raffinierte Intrigen rächt sich die Mid-Agerin für sämtliche erlittenen Erniedrigungen, Beleidigungen und Ausstattungsnachteile, die ihr die Teilnahme am lukrativen Tauschgeschäft „Sex gegen Altersvorsorge“ versagen.

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