Kultur: Ich bin das Lied
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Kultur: Ich bin das Lied

Volkssänger: Harry Belafonte bei den Berliner Lektionen

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Natürlich hat er auch gesungen. „Day-oh“, was sonst. 30 Minuten waren gestern vergangen bei der „Berliner Lektion“ im Renaissance Theater, da verwandelte sich Harry Belafonte vom Redner zum Sänger, einen Refrain lang bloß: „Day-oh, dayyy-oh, daylight come and me wanna go home.“ Das Lied jamaikanischer Banana-Boat-People hatte ihn 1956 weltberühmt gemacht. Belafonte hatte da gerade von seiner Freundschaft mit dem Musical-Star Paul Robeson erzählt, der ihm am Anfang seiner Karriere sagte: „Wenn die Menschen deine Lieder singen, wollen sie wissen, wer du bist“. Sing deine eigenen Lieder! Belafonte verstand das als Auftrag und verabschiedete sich von den Jazz-Standards, mit denen er im New Yorker Greenwich Village aufgetreten war. Fortan sang er Calypsos. RCA nahm ihn 1955 unter Vertrag, ein Jahr später war „Calypso“ das erste Album überhaupt, das über eine Million Mal verkauft wurde. „Ich bin ein Folk-Sänger“, sagt Belafonte, „ich singe Volkslieder, mexikanische Mariachis, Salsa aus Kuba, afrikanische und jüdische Lieder“. 75 Jahre alt ist er heute, aber wenn er auf Tournee geht – ins Berliner ICC kommt er im März – werden seine Hits noch immer mitgesungen.

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