Palmen-Gewinnerin Julia Ducournau: „Ich verbinde mit Monstern etwas Positives“
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Julia Ducournau hofft, dass die Auszeichnung für "Titane" das Zeichen für einen Wandel in der Filmbranche ist.

© picture alliance / Vianney Le Caer/Invision/AP

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Palmen-Gewinnerin Julia Ducournau: „Ich verbinde mit Monstern etwas Positives“

Die französische Regisseurin Julia Ducournau über ihren Film "Titane", Horrorfilme, die Goldene Palme und fluide Identitäten.

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Frau Ducournau, in Cannes dankten Sie der Jury dafür, dass diese mit der Goldenen Palme für „Titane“ die Monster hineingelassen habe. Was bedeuten Ihnen persönlich Monster im Kino?
Ich verbinde das Wort Monster mit etwas Positiven, weil sie der Normativität unser Gesellschaft trotzen. Aber mehr noch blicken Monster uns direkt in die Augen. Denken sie an Mary Shelley: Der erste Kontakt von Victor Frankensteins Kreatur mit einer Form von Menschlichkeit ist durch einen Akt der Gewalt. Der Schöpfer realisiert, dass die Untaten seiner Schöpfung lediglich Reflexionen seiner Persönlichkeit sind. Wir versuchen ständig, das Monströse aus unserer Mitte auszuschließen, als wäre es kein Teil von uns. Aber dieses „Andere“ hilft, uns selbst zu erkennen. Im Französischen stammt das Wort monstre von dem Verb montrer – zeigen. Monster sind ein Synonym für die Außenseiter unserer Gesellschaft: Menschen, auf die mit dem Finger gezeigt wird. Wir sollten lernen, diese Außenseiterposition in eine Stärke verwandeln.

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