Suhrkamp Verlag: Leuchtturm in Dauerschieflage
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Leselust unter Regenbogen. Vor allem die „Edition Suhrkamp“ begründete ab 1963 den Ruf des Verlags als geistige Heimat der linken Intelligenz.

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Suhrkamp Verlag: Leuchtturm in Dauerschieflage

Bei der Debatte um die Zukunft des Suhrkamp Verlags wird immer wieder dessen Rolle als geistige Heimat des intellektuellen Deutschland betont. Doch was steht beim Kampf um Suhrkamp kulturell wirklich auf dem Spiel?

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Bei den vielen Verwerfungen der letzten Monate ist es zunehmend in Vergessenheit geraten: Der Suhrkamp Verlag befindet sich eigentlich in einer Dauerkrise. Und zwar nicht erst, seit die Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkéwicz nach dem Tod von Siegfried Unseld im Jahr 2002 die Geschäfte zu führen begann. Als es Unseld nach dem endgültigen Zerwürfnis mit seinem Sohn Joachim 1991 nicht gelungen war, einen geeigneten Nachfolger zu finden, schienen sich die personellen Querelen innerhalb des Verlages auch auf das Programm auszuwirken. Saison für Saison boten die jeweils neuesten Suhrkamp-Bücher Anlass für feuilletonistische Bedenkenträgerei. Wahlweise wurde das Programm als profillos, orientierungslos oder „Melange aus sprachverkrampfter Ambition und ritualisierter Todessehnsucht“ („Spiegel“) verspottet.

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