Literatur: Sturmwind des Glücks
Wiederentdeckt: der große brasilianische Roman „Tagebuch des Abschieds“
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Eine Leidenschaft, die auf einem Friedhof beginnt, ist von Anfang an vom Tod überschattet. Geheimrat Aires, ein gerade in den Ruhestand entlassener Diplomat, besucht mit seiner Schwester das Grab der Eltern auf einem Friedhof von Rio de Janeiro und sieht dort, ein paar Gräber weiter, links neben dem großen Kreuz, eine junge Witwe, die um ihren Mann trauert. Er findet sie „appetitlich“, „keine geringe Augenweide“ und beschreibt sie wie ein Holzpüppchen: „Ihre Figur scheint gedrechselt, ohne den leisesten Anflug von Starrheit, woran man bei dieser Vokabel vielleicht denken könnte; ganz im Gegenteil, sie ist geschmeidig.“ Doch zum Paar werden der Geheimrat und die schöne Witwe, die ausgerechnet Fidélia heißt, nicht. Denn dieser Roman handelt vom Abschied, langsam zerrinnt die Lebenszeit des Diplomaten, der selber schon Witwer ist, und er muss Abschied nehmen von den Dingen des Daseins.
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