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Deutsches Theater Berlin: Prekariatsfolklore
Dea Loher hat ein „Gaunerstück“ geschrieben. Bei der Uraufführung am Deutschen Theater Berlin müht man sich nach Kräften, ein schön schmuddeliges Ambiente für dieses Kleine-Leute-Stück zu schaffen.
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„Prekäre Herkunft, aber gesunder Humor“, fasst die Leopardenrockträgerin Maria ihre biografische Situation zusammen. Über Letzteres ließe sich streiten. Ersteres allerdings stimmt: Die Mutter säuft, der Vater hat früh das Weite gesucht. Und jetzt hockt Maria mit ihrem Zwillingsbruder Jesus Maria (sic!) in einer malerisch heruntergekommenen Bude fest, hält sich mit Zeitjobs über Wasser und träumt von einem „superschönen Leben“. In direkter Nachbarschaft ko-träumt weiteres symbolhaltiges Personal, das „Porno-Otto“ oder „Madame Bonafide“ heißt und entweder schwer erkrankt oder mit Tarot-Karten und Goldfischen in schlecht riechenden Aquarien zugange ist. So weit die Grundkoordinaten von Dea Lohers „Gaunerstück“, das die niederländische Regisseurin Alize Zandwijk jetzt in den Kammerspielen des Deutschen Theaters urinszeniert hat.
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