Berliner Brücken (7): Schnittstelle des Lebens
Vor dem Krieg war sie ein Prachtbau, nun ist die Potsdamer Brücke ein Verkehrsknotenpunkt. Aber einer mit Magie.
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„Wendelin stand auf der Brücke und sah übers Geländer. Streifen von Mond- und Laternenlicht glitten auf dem Kanal. Er glaubte, im Wasser seinen Schatten zu sehen, Hut, Schulter und Umriss eines düsteren Gesichts.“ Genauso wie in Franz Hessels Novelle „Heimliches Berlin“ aus dem Jahr 1927 beschrieben, lässt es sich auch noch knapp 90 Jahre später erleben auf der Potsdamer Brücke. Noch immer fließt das Wasser dunkel und träge dahin, die Oberfläche gesprenkelt mit den herabgefallenen Blättern der Linden, die hier am Rande des Landwehrkanals stehen. Würde der charmante Taugenichts aus Hessels Großstadtroman allerdings heute den Kopf heben und um sich blicken, so wäre alles verändert. Ja, er würde sogar mitten im Wasser stehen, denn in der Zwischenzeit wurde das Bauwerk um einige Meter verschoben, die Potsdamer Straße begradigt, damit auf ihrem früheren Verlauf die Staatsbibliothek errichtet werden konnte.
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