Michael Thalheimer inszeniert den "Freischütz": Volles Rohr in den Ofen
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Höllenschlundbedingtes Rampensingen: Michael Thalheimers "Freischütz".

© Felix Zahn/dpa

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Michael Thalheimer inszeniert den "Freischütz": Volles Rohr in den Ofen

Die Zeit ist ein finsterer Tunnel: Michael Thalheimer inszeniert Webers „Freischütz“ an der Berliner Staatsoper. Das Bühnenbild entwickelt dabei unfreiwillig Symbolkraft.

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Ach, wie sehr strebt alles in der Oper doch nach Erlösung. So sehr, dass man glauben mag, die Oper selbst wolle erlöst werden: vom Ballast ihrer Deutungsgeschichte, von den quietschenden Scharnieren ihrer Bühnenmechanik, von der Eitelkeit ihrer Darsteller, die Widernatürliches ganz und gar glaubwürdig gestalten sollen. Deshalb greift man bei der Opernregie gerne auf das zurück, was in der Besetzungspolitik von Unternehmen „Lösung von außen“ heißt. Das trifft auch für Michael Thalheimer zu, obwohl er nun mit dem „Freischütz“ an der Staatsoper seine mittlerweile fünfte Arbeit für das Musiktheater präsentiert.
Das, was ihn als Schauspielregisseur unverwechselbar macht, sein Raffen und zu neuer Konzentration Führen, kann ihm bei der Oper nur an der Oberfläche gelingen: in der Reduktion von Dekor, dem Kappen von Nebensträngen, dem Ausknipsen von Bühnenleerlauf. Seine Theatertriumphe jedoch beruhen auf fundamentalen Eingriffen in den Text. Da spielt die Oper aber nicht mit, in der musikalische Striche oder Umstellungen, Wiederholungen gar immer noch ein Tabu sind. Nicht zufällig hat Thalheimer mit der "Entführung aus dem Serail" und aktuell dem "Freischütz" Werke mit Singspielaspekten ausgewählt: Da konnte er wenigstens an den gesprochenen Dialogen kürzen, auch wenn das für einen Schauspielmann eine unbefriedigende Methode bleiben muss.

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