Bayer-Aktie stürzt ab: US-Gericht: Glyphosat ist krebserregend
zum Hauptinhalt
Der Kläger und Krebs-Opfer Dewayne Johnson während einer Pause im Monsanto-Prozess. +

© dpa/Josh Edelson

Tagesspiegel Plus Update

Bayer-Aktie stürzt ab: US-Gericht: Glyphosat ist krebserregend

Richterin verurteilt Bayer-Tochter Monsanto auf Schadensersatz. Der Konzern geht in die Berufung. Kritiker fühlen sich bestätigt.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Zwei Wochen können vieles verändern. So wie im Fall von Bayer und Monsanto und der Frage, ob das Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat Krebs erregt oder nicht. Vor knapp zwei Wochen hatte Richterin Suzanne Bolanos noch signalisiert, den Fall im Sinne der Bayer-Tochter Monsanto ganz neu aufrollen zu lassen. Für Bayer und seine Aktionäre waren das gute Nachrichten. Immerhin hatte eine Geschworenenjury in San Francisco im August Monsanto zu einer Strafzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar (252 Millionen Euro) verurteilt. Die Geschworenen waren der Auffassung, dass das Herbizid den Kläger, Dewayne Johnson, krank gemacht hat. Der Mann hatte als Platzwart an einer Schule jahrelang mit dem Gift (Handelsname: Roundup) hantiert. Jetzt ist er unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Die Geschworenen wollten Monsanto dafür haften lassen. Doch die Richterin hatte Bedenken. Sie wollte eigentlich den Fall noch einmal von Anfang an neu verhandeln lassen. Doch in den vergangenen zwei Wochen hat sie ihre Meinung geändert. Mindestens fünf der Geschworenen hatten protestiert und Bolanos gedrängt, das Urteil doch zu bestätigen. Das tat die Juristin jetzt. Zwar senkte sie die Schadensersatzsumme auf 78 Millionen Dollar Doch für Bayer ist das Urteil dennoch verheerend: Denn mit dem Richterspruch gibt es jetzt das erste Urteil, das feststellt: Glyphosat verursacht Krebs. Für Bayer ist das gefährlich: Immerhin sind in den USA rund 8700 weitere, ähnliche Klagen anhängig. Die Aktie ging am Dienstag in die Knie. Bis zum Nachmittag verlor das Bayer-Papier über elf Prozent und riss auch den Deutschen Aktienindex mit in die Tiefe. Seit dem Urteil im August hat sich der Börsenwert von Bayer um mehr als 20 Milliarden Euro verringert und liegt jetzt noch bei rund 66 Milliarden Euro.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })